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Marburger Glücksindex

Vorgeschichte

Marburg entwickelt als erste Stadt in Deutschland einen Glücksindex!

Oberbürgermeister Dr. Spies sprach damals davon, man könne auch in Marburg einen Index etablieren, der das „Bruttosozialglück“ oder das „Kommunalglück“ abbilde. Diesem Gedanken eines kommunalen Zufriedenheits-, Gemeinwohl-, Glückswerts möchte die Gemeinwohl Ökonomie Regionalgruppe Lahn-Eder näherkommen. Weltweit findet eine Suche nach „neuen nachhaltigen Wirtschaftsmodellen“ (EUKommission) statt, diverse Kriterien (SDGs) zur Messung dessen, was wirklich zählt, werden entwickelt. Auf kommunaler Ebene ist es einfacher, sich auf Kriterien und Verfahren zu einigen – und die Bürger*innen dabei mitzunehmen. Marburg ist eine Stadt mit höchster Lebensqualität, eine Gemeinwohl-Stadt könnte die nächste Stufe sein.

Zwischenstand Ende 2023

Initiiert durch die Gemeinwohl-Ökonomie Lahn-Eder, und unterstützt und federführend organisiert durch das Amt für Regional- und Wirtschaftsentwicklung der Stadt Marburg, wurden bis zum Herbst 2022 die Vorbereitungen für die Entwicklung einer Befragung entwickelt, die das Glücksgefühl und die Zufriedenheit in der Stadt misst und als Grundlage eines Index hätte dienen können.  

Leider wurde das Projekt seitens der Stadt Marburg nicht weiterverfolgt! 

Begleitet wurde der Entwicklungsprozess durch Veranstaltungen, die das Thema „Glück“ und „Gemeinwohl“ zum Gegenstand hatten.

Ausgangspunkt

Was ist Glück? Woran wird Lebensqualität festgemacht? Was ist für die Menschen wichtig?

2017 war Christian Felber, Mitgründer der Gemeinwohl Ökonomie Bewegung, in Marburg. Oberbürgermeister Dr. Spies sprach damals davon, man könne auch in Marburg einen Index etablieren, der das „Bruttosozialglück“ oder das „Kommunalglück“ abbildet. Diesem Gedanken eines kommunalen Zufriedenheits-, Gemeinwohl-, Glückswerts möchte die Gemeinwohl Ökonomie Regionalgruppe Lahn-Eder näherkommen.

Wonach suchen wir?

Weltweit findet mittlerweile eine Suche nach „neuen nachhaltigen Wirtschaftsmodellen“ (EU- Kommission) statt. Das „Brutto-Inlandsprodukt“ (BIP) gilt als überholt, um Wohlstand zu messen. Diverse andere Möglichkeiten zur Messung dessen, was wirklich zählt, werden auf nationaler Ebene diskutiert (z.B. die SDGS der UN). Auch innerhalb der GWÖ-Bewegung.

Warum (zunächst) einen Index auf kommunaler Ebene?

Menschen lebten historisch lange in kleineren Gemeinschaften. Die Fremde der „Nation“ oder gar des Planeten sind für uns manchmal schwierig zu greifen. Oft fühlen wir uns daheim in unserem direkten Umfeld, wo wir unsere Nachbarn grüßen, Bäcker und Friseur mit Namen kennen und jede Straßenecke in unserem Gedächtnis gespeichert ist. Die Gemeinde kommt also nah an unser inneres Verständnis der ursprünglichen Gemeinschaft heran. Darüber hinaus können Personen in der Gemeinde Selbstwirksamkeit am besten erfahren und politische Entscheidungen sowie die Budgetverteilung haben direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben. Das macht die kommunale Ebene für das menschengerechte Erleben der Demokratie so wichtig.

Daneben gibt es einen pragmatischen Grund, einen kommunalen Index zu entwickeln: Auf kommunaler Ebene ist es einfacher, sich auf Kriterien und Verfahren zu einigen – und, die Bürger*innen dabei mitzunehmen.

Durch einen Gemeinwohlindex haben die unmittelbar Betroffenen die Gelegenheit, auf der Basis ihrer Erfahrungen, Geschichten und Neigungen gemeinsam herauszufinden und zu artikulieren, was in ihren Augen hier und jetzt Priorität hat. 

Marburg ist eine Stadt mit höchster Lebensqualität, eine Gemeinwohl-Stadt könnte die nächste Stufe sein.

Warum ein Index?

Die Menschen wissen am besten, wie es ihnen geht, wo etwas fehlt und was bereits gut ist. Politik und Verwaltung können nicht alles im Blick haben. Ökonomische Daten bilden nur einen kleinen Teil des Lebens ab. Die Bevölkerung ernst zunehmen heißt, sie zu hören und sie teilhaben zu lassen. Erweiterte Partizipation ist die Zukunft der Demokratie!

Die regelmäßige Erhebung eines Glücksindex soll Aussagen über Defizite und Pluspunkte in Marburg (inkl. stadtteilbezogener Aussagen) liefern. Die Ergebnisse der Befragungen können der Verwaltung und der Politik als Ansatzpunkte für ihre Arbeit zur Steigerung der Lebensqualität in Marburg dienen. Gleichzeitig soll die Befragung ein partizipativer Prozess sein: Die Meinung der Bürger*innen zählt und wird gehört!

Wie nennen wir das Kind?

Unsere GWÖ Gruppe sprach im Antrag und den ersten Konzepten immer vom „Marburger Gemeinwohl-Index“. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass diese Bezeichnung der Absicht näherkommen würde. Nach dem federführenden Einstieg der Stadtverwaltung mussten wir uns aber dem Marketingaspekt das „Glück“ besser „verkauft“ unterordnen sodass nunmehr der „Marburger Glücksindex“ entwickelt wird.

Wer erstellt die Befragung?

Die Entwicklung eines Index ist nicht trivial. Sie soll nicht (nur) Experten überlassen werden. Die Meinungen und Themen der Menschen sind ausschlaggebend, sie sollen die Grundlage des Index bilden. Zur Entwicklung sind – Stand jetzt – Workshops vorgesehen, um gemeinsam eine Richtung und Schwerpunkte des ersten Fragebogens zu entwickeln.

Aufgrund terminlicher Schwierigkeiten im Sommer 2022 wurde der erste öffentliche Workshop ins kommende Jahr verschoben. Also bitte unsere und die öffentlichen Ankündigungen beachten!

WAS BISHER GESCHAH

Postkartenaktion bei „Tischlein-Deck-Dich“ an Pfingsten 2022

Beim zentralen Event der Feierlichkeiten der Stadt Marburg zum 800jährigen Bestehen („Tischlein-Deck-Dich“ wurde die „Autobahn“ gesperrt und die Marburger Vereine und Initiativen konnten sich vorstellen. 5.000 Besucher*innen kamen. Die GWÖ und die Stadt nutzen diesen Tag, um die vorbeischlendernden Bürger*innen mittels einer Postkartenaktion zu fragen: „Was bedeutet für Sie glückliches Leben (Lebensqualität) in Ihrer Stadt?“

1.222 Antworten auf 575 Karten konnten ausgewertet werden. Diese (nicht repräsentative) Sammlung von Anliegen, Themen, Meinungen ist ein erster, großer Input für die Entwicklung des Glücksindex.

Begleitet wird der Entwicklungsprozess durch Veranstaltungen, die das Thema „Glück“ und „gelingendes Leben“ zum Gegenstand haben.

Glück und Gemeinwohl – die Veranstaltungsreihe zum Projekt

Die Gemeinwohl-Ökonomie Lahn-Eder organisierte parallel zu den internen Diskussionen mit der Stadt eine Veranstaltungsreihe „Glück und Gemeinwohl“, die in die Themen Gemeinwohl und Glück einführen, deren Dimensionen beschreiben und Lust zum Mitmachen wecken wollte.

Wir wollten unterschiedliche Aspekte aus den Bereichen Glücksforschung, Gemeinwohl-Ökonomie, Volkswirtschaft, Philosophie, Soziologie einbringen.  Neben der Behandlung des Themas aus der Perspektive verschiedener fachlicher Disziplinen konnten wir einen guten Mix zwischen lokalen und überregionalen Referenten*innen zu erreichen. Dabei werden auch leiblich-ästhetische Zugänge zum Thema angeboten, die ein sinnliches Verstehen ermöglichen.

6 Veranstaltungen im Überblick & Bericht:

Was ist Glück? Wie kann man es messen? Was ist Glücksforschung?

Und welchen Zusammenhang gibt es zwischen Einkommen und Glücklichsein?

Das gegenwärtige Wirtschaftssystem hält vielerlei Fallen, „Tretmühlen des Glücks“, bereit, welche es schwer machen, das zu wählen, was uns glücklicher machen könnte. Welche sind das?

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Ein Abend voller Informationen und Beispiele, zum Fragen stellen und miteinander ins Gespräch kommen.

Statt einem „weiter so“ ist die Gemeinwohl-Ökonomie davon überzeugt, dass es Alternativen zu unserem jetzigen Wirtschaftssystem gibt. 

Das erfahren sie:

  • welcher Idee diese globale Bewegung folgt
  • wie Wirtschaft und Gemeinwohl zusammenwirken können
  • welche Modelle dieses Wirtschaftsmodells bereits existieren 
  • wie Sie in Ihrer Region mitwirken können


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Glück empfinden wir zum Beispiel, wenn wir uns mit allem verbunden und vom Erlebten erfüllt fühlen.
Künstlerisches Tun eröffnet besonders intensive Möglichkeiten des Spürens und des eigenen Gestaltens. 

Und so haben die Teilnehmenden in diesem Workshop einen Raum, ihre Verbundenheit mit der Welt wahrzunehmen und in Bewegung in vielfältiger Weise zum Ausdruck zu bringen. 

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Über Jahrtausende und Kontinente hinweg haben sich unterschiedliche Glücksvorstellungen entwickelt:
Das kleine Land Bhutan im Himalaya hat Glück zum Staatsziel erklärt. In der Welt der südamerikanischen
 Andenvölker wird heute an der Kosmologie des ‚Guten Lebens‘ angeknüpft (‚Buen Vivir‘) 

Inwiefern können an Nachhaltigkeit orientierte Glückskonzeptionen auch für uns bedeutsam sein? 

Wie können wir hier vor Ort zu konkreten Mitgestalter*innen lebensfähiger Zukünfte – und damit auch zu Agent*innen unseres gemeinsamen Glücks – werden? 

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Partizipativer Vortrag in der Reihe Glück und Gemeinwohl

Wie können wir echten Wohlstand finden und wie würde er unser (Zusammen-) Leben bereichern? 

Vivian Dittmar sensibilisiert für das Kultivieren des von ihr herausgearbeiteten Zeit-, Beziehungs-, Kreativitäts-, sowie eines spirituellen und ökologische Wohlstands.

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Wie können Kommunen mit Hilfe der GWÖ ein Umdenken bei ihren Unternehmen vor Ort fördern?
Wie können Sie darüber hinaus Anreize für die Einhaltung der Gemeinwohlwerte schaffen? 

Und wie können die Kommunen selbst als Vorbild werden, indem sie ihr eigenes Tun einer Gemeinwohlbilanzierung unterziehen?

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5. Juni 2022, 11-18 Uhr – Tischlein-deck-dich

„Was bedeutet für dich glückliches Leben (Lebensqualität) in deiner Stadt?!“
Diese Frage stellen wir unseren Besucher*innen als Vorbereitung der großen Umfrage zur Ermittlung des Marburger Glücksindex‘. Im Rahmen des Stadtjubiläums wird die B3 im Marburger Innenstadtbereich zur Flaniermeile. Hier ist die GWÖ Regionalgruppe Lahn-Eder mit einem Tisch (Nr. 719) vertreten.

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Wir danken der Stadt Marburg für die Förderung der Veranstaltungen im Rahmen von „Marburg800“!